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Ein Stadtteil in Bewegung - fünf Tage im Juni 1978

Noch einige Jahre nach dem Krieg konnte man von großer Verbundenheit oder gar einer weitgehenden Einheit und von Sportverein und Selbecker Bevölkerung sprechen, das hatte sich jedoch im Laufe der Zeit geändert. Zwar führte das über Jahre durchgeführte Pfingstkonzert des Männergesangvereins Liederlust im Rosengarten viele Selbecker zusammen, ein etwas größeres Gefühl der Zusammengehörigkeit konnte sich jedoch wegen der vielen Neu-Selbecker, die die Geschichte des Stadtteils und ihrer Bewohner nicht kannten – und vielleicht auch nicht kennen lernen wollten – nicht erhalten.

 

Im September 1966 wurden die ersten Selbecker Handballtage durchgeführt (zu dem die Liederlust am Sonntagmorgen ihren besonderen Beitrag leisteten); sie entwickelten sich zu einem regelmäßigen jährlichen Höhepunkt des Vereinslebens, und sie führten die alten Selbeckerinnen und Selbecker mit vielen neuen Bürgerinnen und Bürgern in der Selbecke zusammen. Enge Verbindungen zu den Nachbarvereinen, mit denen wir uns schon mal erbitterte Feldhandballduelle lieferten, führten zu einem mehrtägigen Treffpunkt von Sportlern, Kommunalpolitikern und Vereinsmitgliedern und – vorständen weit über den Verein hinaus.

 

Wir möchten an ein typisches Jahr der Handballtage erinnern – 1978.

Lange vor dem Beginn wurde gedacht, geplant, erwogen und entschieden, in den Abteilungen nachgefragt, wer helfen konnte und wollte – dies ist heute sicher nicht viel anders. Es waren nicht immer dieselben, die für einen reibungslosen Ablauf sorgten, es gab große Bereitschaft zu helfen – und fast alle spielten neben den Arbeitseinsätzen in ihren Mannschaften die Kleinfeldturniere: Wir holten die Kleinfeldtore aus Delstern oder von anderswo in der Stadt, bauten den Bierstand auf einschließlich der Wasser- und Stromversorgung, am Samstagabend eine weitere Theke in der Pausenhalle der Schule, dann Turnierleitung, Wurst- und Biermarkenverkaufsstand, Abfallcontainer … – wie so eine große Veranstaltung für einen kleinen Verein läuft.

In den Siebzigern gab es noch genug interessierte Spielerinnen und Spieler und Vereine, die mit ihren Mannschaften in der Selbecke spielen wollten. Auf bis zu 4 Spielfeldern spielten 1. und 2. und 3. Mannschaften der Männer und Frauen und alle Jugendmannschaften um die Pokale, dazu ein nostalgisches Feldhandballspiel, ein Fußballturnier und ein Volleyballturnier des Förderkreises – und natürlich reichlich Kinderprogramm.